Restrukturierung

Bedingt durch die in 2008 ausgelöste und bis dato anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise sehen sich zahlreiche Unternehmen im Mittelstand mit Herausforderungen konfrontiert, die das Maß des Bekannten bei Weitem übersteigen. Krisenbedingte Rückgänge bei den Auftragseingängen, Überkapazitäten sowie teilweise ruinöse Preiskämpfe bei gleichzeitig tendenziell wieder ansteigenden Rohstoffpreisen haben die Unternehmensergebnisse in 2009 in vielen Fällen nicht nur reduziert, sondern vielfach weit in die „roten Zahlen“ getrieben. Über Jahre aufgebaute Eigenkapitalpolster schmelzen in nahezu existenzbedrohender Geschwindigkeit, und führen in zahlreichen Fällen zu einer Verletzung der Finanzierungsregeln („Covenants“) und bei häufig nur unzureichender Kommunikation mit den Kapitalgebern zu Vertrauensverlusten auf Seiten dieser.

Wir unterstützen Sie bei der Bewältigung der Krise von der Analyse der Ist-Situation und der Identifizierung der Krisenursachen über die Maßnahmengenerierung bis zur Umsetzung und dem laufenden Controlling.
Zur Lösung Ihrer Herausforderungen empfehlen wir je nach Krisenstadium, -ursachen und Liquiditätssituationen die Erstellung einer Fokusanalyse, eines Fortführungskonzeptes oder eines umfassenden Sanierungskonzeptes:

  • Fokusanalyse

Fokusanalysen weisen die höchste Variabilität auf und konzentrieren sich in der Regel auf einzelne betriebliche Teilbereiche. Typische Aufgabenstellungen sind die Überprüfung des Geschäftsmodells oder die Plausibilisierung der Unternehmensplanung.

  • Fortführungskonzepte

Die Schwerpunkte des Fortführungskonzeptes können entsprechend der spezifischen Unternehmenssituation und der antizipierten Krisenursachen individuell vereinbart werden. Zur Beurteilung der Fortführungsfähigkeit gem. IDW beinhaltet ein Fortführungskonzept eine direkte Liquiditätsplanung auf Wochenbasis und eine integrierte Finanzplanung (GuV, Bilanz, Cash-Flow) des laufenden und des folgenden Geschäftsjahres. Parallel zur Analyse werden bereits kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und Ertragssteigerung identifiziert und umgesetzt.

  • Umfassendes Sanierungskonzept

Das umfassende Sanierungskonzept unterscheidet sich vom Fortführungskonzept insbesondere durch einen längeren Planungshorizont und die Möglichkeit die, meist von den Kapitalgebern geforderte, Sanierungsfähigkeit gem. IDW zu testieren. So werden neben liquiditäts- und ertragsoptimierenden Maßnahmen auf Basis eines durch die Geschäftsführung und die Führungskräfte festgelegten Leitbildes auch Maßnahmen zur Lösung strategischer Herausforderungen oder gegebenenfalls bestehender Konflikte im Stakeholder-Umfeld ausgearbeitet. Die integrierte Finanzplanung umfasst regelmäßig einen Planungszeitraum von 3-5 Jahren, die neben den Maßnahmenwirkungen auch mögliche Szenarien und deren Auswirkungen auf die Kapitaldienst- und Renditefähigkeit des Unternehmens abbildet.

In der leistungswirtschaftlichen Restrukturierung analysieren, bewerten und erarbeiten wir in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitern des Unternehmens Optimierungsansätze für die einzelnen Funktionalbereiche vor dem Hintergrund der aktuellen und zukünftigen Markt- und Wettbewerbssituation. Zu unseren regelmäßigen Projektschwerpunkten gehören:

  • Kaufmännische Transparenz

Für eine effektive Unternehmenssteuerung empfehlen wir mittelständischen Unternehmen die Einführung einer integrierten Finanzplanung (GuV, Bilanz, Cash-Flow). Insbesondere in Krisensituationen ist die jederzeitige Transparenz über die Zahlungsmittelströme notwendige Voraussetzung für das Gelingen der Restrukturierung. Zur Steigerung der Vertriebseffektivität und der laufenden Steuerung des Produktportfolios empfehlen wir zudem die Einführung einer artikel-, kunden- und/oder auftragsbezogenen Deckungsbeitragsrechnung. Unsere Mitarbeiter verfügen über jahrelange kaufmännische Erfahrung in Industrie und Beratung und erarbeiten in Zusammenarbeit mit Ihren Mitarbeitern pragmatische und mittelstandstaugliche Lösungen zur Erhöhung der Steuerungsfähigkeit der Führungskräfte und der Verbesserung der kaufmännischen Transparenz.

  • Maßnahmenumsetzung und -controlling

Wir begleiten Sie bei der Umsetzung der, im Rahmen der Analyse- und Planungsphase identifizierten und quantifizierten Maßnahmen zur Bewältigung der Unternehmenskrise. Dadurch ist der Umsetzungsgrad und die realisierten Ergebniseffekte für die Unternehmensführung jederzeit transparent und ermöglicht ein effektives Gegensteuerung bei Plan-/ Ist Abweichungen. Ein monatliches Maßnahmenreporting stärkt darüber hinaus das Vertrauen der Kapitalgeber in den Erfolg der Restrukturierung.

  • Working Capital Management

Die Optimierung des Working Capital bietet regelmäßig erhebliches Potenzial zur Generierung innerbetrieblicher Liquidität durch die Reduzierung der Kapitalbindung. Standardisierte Ansätze, wie pauschale Reduzierungen von Kundenzielen oder Verringerungen der Sicherheitsbestände, die sich in der Folge oft in der Unzufriedenheit wichtiger Kunden oder einer mangelnden Lieferfähigkeit niederschlagen sind nicht mit unserem Beratungsverständnis vereinbar. Wir legen Wert auf eine differenzierte Bestandsaufnahme und die darauf aufbauende Identifizierung und Optimierung der wesentlichen Stellhebel, insbesondere auf der Prozessebene, um die innerbetrieblichen Cash-Reserven nachhaltig zu mobilisieren.

  • (Laufendes) Interim Management

Durch ein Netzwerk an erfahrenen Branchen- und Funktionalspezialisten können wir Unternehmen in Umbruchsituationen durch qualifizierte Fachkräfte kurzfristig vor Ort unterstützen. Neben der Verstärkung der Geschäftsführung oder der einzelnen Funktionalbereiche übernehmen unsere Interim Manager auch die laufende Überwachung und das Controlling der definierten Maßnahmenpakete.

Auf Basis der Ergebnisse der Analyse der Rechenwerke Ihres Unternehmens sowie der integrierten szenariobasierten Finanzplanung eruieren wir mögliche finanzwirtschaftliche Gestaltungsoptionen und unterstützen Sie bei deren Umsetzung. Zu unseren regelmäßigen Projektschwerpunkten gehören:

  • Strukturierung der Passivseite

Eine Neustrukturierung der Passivseite ist oft die Voraussetzung für die Durchführbarkeit notwendiger struktureller Maßnahmen, wie die Verlagerung der Fertigung oder der konsequenten Automatisierung der Unternehmensprozesse. Zudem zeigen sich bei Unternehmen in der Krise oft die Folgen einer Verletzung der Fristenkongruenz von Finanzierung und Investition. So wurden teilweise langfristige Investitionen aus dem Kontokorrent finanziert, was in Verbindung mit einer nachlassenden Innenfinanzierungskraft die Finanzierungskapazitäten und damit die Handlungsfähigkeit des Gesamtunternehmens beschneidet.

  • Alternative Finanzierung

Neben klassischen Bankkrediten stehen dem Mittelstand mittlerweile eine Reihe assetbasierter Finanzierungsoptionen, wie z.B. Factoring oder Sale-and-Lease-back zur Verfügung. Wir beraten Sie hierbei von der Evaluierung der richtigen Finanzierungsform über die zielorientierte Informationsaufbereitung und Anbieterauswahl bis zum Vertragsabschluss.

  • Suche von Beteiligungskapital / Investoren

Oft lässt sich eine nachhaltige Unternehmenssanierung nur durch frisches Eigenkapital darstellen. Wir verfügen über langjährige Erfahrung sowohl bei der Beschaffung von Beteiligungskapital, als auch im Verkauf von Unternehmen in Umbruchsituationen. Durch einen strukturierten Bieterprozess als auch durch unsere Kontakte zu Beteiligungskapitalgebern, Family Offices und Finanzinvestoren optimieren wir das Preisniveau für Ihr Unternehmen. Über unser Netzwerk aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfer und Steuerberatern können wir Ihnen darüber hinaus alle transaktionsrelevanten Dienstleistungen aus einer Hand anbieten.